Wenn Training Lebensgefährlich wird

Nicht der Trainingsplan entscheidet, sondern der Sportler und seine Gesundheit

Die Redewendung „Sport ist Mord“ stammt nachweislich von dem ehemaligen britischen Premier Winston Churchill. Er hatte eine laxe Einstellung bis hin zu Aversion gegen Sport und Fitness insgesamt. Trotz erheblicher gesundheitlicher Probleme wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und mehr wurde der passionierte Zigarrenraucher 91 Jahre alt. Doch das sind „Weisheiten“ aus dem vergangenen Jahrhundert; seitdem hat sich vieles geändert. Dennoch wird auch in der heutigen Zeit das Training zu einer realen Lebensgefahr, wenn einige Signale und Symptome des Körpers nicht beachtet oder negiert werden. Für den Sportler steht das regelmäßige Training im Vordergrund. Oftmals lautet die krankheitsbedingte Frage: kann ich noch beziehungsweise kann ich schon wieder trainieren? An diesem Punkt kann vieles richtig, aber auch falsch gemacht werden.

Bei Krankheiten oder bei Unwohlsein wie Erkältung, Grippe und dergleichen ist es nicht einfach, ohne jegliche Entscheidungshilfe den Trainingsrhythmus zu unterbrechen, wie man sagt davon abzulassen. Einerseits werden Sie als passionierter Sportler von Ihren Aktivitäten motiviert, bestenfalls bei jeder Witterung und schlimmstenfalls bei jeder körperlichen Verfassung mit Fieber und Erkältung. Andererseits dürfen Sie Ihre Gesundheit nicht überstrapazieren; denn Training bei Krankheit kann kontraproduktiv bis lebensgefährlich sein.

Auf den Punkt gebracht lautet die Frage: Training bei Krankheit Ja, Nein oder Jein!

Ich habe als Personal Trainer eine langjährige Trainingserfahrung und selbst auch schon, wie man sagt so manche Situation durchgemacht. Mit dieser Erfahrung sowie mit meinem Knowhow kann ich Ihnen dazu die folgenden Tipps und Ratschläge geben.

Die Nackenregel
Achten Sie ganz bewusst auf jegliche Symptome unterhalb Ihres Nackens.

• Bei Symptomen unterhalb des Nackens wie Bronchitis, Glieder- und/oder Mandelschmerzen ist die Trainingspause ein Muss

Bei Symptomen oberhalb des Nackens sowie im oberen Halsbereich mit Niesen, Husten oder laufender Nase braucht das Training nicht unterbrochen zu werden. Diese Beschwerden werden als „normale Erkältung“ bezeichnet und sind kein Grund, um das Training zu unterbrechen. Ganz im Gegenteil; Sie werden merken, dass es Ihnen anschließend bessergeht. Eine Studie der Ball State University im US-Bundesstaat Indiana zeigt im Übrigen, dass Training keinerlei Auswirkung auf die Dauer des Genesungsprozesses hat; weder so noch so. Einzige Gefahr ist die Schwächung des Immunsystems mit einem übertriebenen Training bei Erkältung.

Besser zuhause bleiben und das Bett hüten
Die Grenzen zwischen Erkältung – Grippe – Infekt – Virus sind oftmals fließend und für den Laien kaum erkennbar.

• Bei einer Körpertemperatur von 37 Grad Celsius und mehr ist jegliches Training ein absolutes No-Go

Bei Fieber arbeitet das Herz ohnehin schon auf Hochdruck, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Jegliches Training würde die Körpertemperatur zusätzlich noch erhöhen und kann so zur Herzrhythmusstörung führen. Ein Virus kann Muskel- und Gliederschmerzen verursachen. Die ohnehin in Mitleidenschaft gezogenen Muskeln sind deutlich verletzungsanfälliger.

Nicht vom Bett ins Training springen
Zwischen dem Ende der Krankheitssymptome und dem Trainingsbeginn sollten Sie noch ein bis zwei Tage abwarten. Und je nach Erkältungsgrad kann es durchaus ein bis zwei Wochen dauern, bis Sie wieder, wie es heißt, in Saft und Kraft sind.

Resümee
Mit Nackenregel + Fieberthermometer sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie sich für oder gegen ein Trainieren bei Krankheitssymptomen entscheiden. Das letzte Wort hat nicht das Abhaken des Trainingsplans, sondern Ihre Gesundheit!